Frode Laursen glaubte an Linda – jetzt traut sie sich wieder, mit dem Bus zu fahren
Es ist nicht leicht, einen Platz auf dem Arbeitsmarkt zu finden, wenn man mit einer Angststörung und sozialer Phobie zu kämpfen hat. So schildert Linda Sasse ihre Lebenssituation vor 14 Jahren, als sie große Schwierigkeiten hatte, eine Arbeit zu finden – obwohl sie sehr viele Bewerbungen losgeschickt hatte.
Heute sieht es ganz anders aus: Linda ist Gruppenleiterin bei Frode Laursen in Stenkullen, und es geht ihr sowohl beruflich als auch persönlich sehr gut.
„Ich habe mich immer und immer wieder beworben, aber es ist mir nie gelungen, das Richtige zu finden. Daher war es für mich eine große Hilfe, bei Samhall einsteigen zu können, einer Organisation, die Arbeitslosen bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt hilft. So bekam ich eine Stelle in einem Lagerhaus, mit dem Samhall eine Kooperation hatte. 2018 endete die Zusammenarbeit, und wir wurden dann stattdessen bei Frode Laursen in Stenkullen eingesetzt. Darüber habe ich mich sehr gefreut“, erzählt Linda.
Mehr Freiheit
Die Anfangsphase verlief gut, und Linda gefiel die neue Tätigkeit bei Frode Laursen.
„Im Jahre 2020 hat mich der damalige Lagerleiter von Stenkullen gefragt, ob ich zu Frode Laursen wechseln möchte. Ihm ist es nicht entgangen, dass ich gern mehr wollte als das, was bei Samhall möglich war. Natürlich war ich etwas nervös: War ich gut genug? Würde ich „versagen“? Würde ich vielleicht zu Samhall zurückkehren müssen? Aber schließlich habe ich zugesagt, weil ich gern etwas Neues ausprobieren wollte“, erzählt Linda.
Einen Schritt nach dem anderen
Linda hatte zunächst einen befristeten Vertrag, aber alles lief so gut, dass sie nach sechs Monaten in eine Festanstellung übernommen wurde. Nach und nach wurde ihr mehr Verantwortung übertragen, erst für ihre eigenen Arbeitsaufträge, später auch als Gruppenleiterin.
„Als Gruppenleiterin bin ich für einen eigenen Bereich zuständig, in dem ich die Arbeitsaufgaben verteilen muss. Dadurch habe ich noch mehr Spielraum bekommen und kann so auch das Gesamtbild sehen und einige Dinge im Betrieb „optimieren“. Gleichzeitig war dies ein Zeichen dafür, dass meine Vorgesetzten an mich glaubten. Das haben sie schon immer, und das bedeutet mir sehr viel“, betont Linda.
Tolle Kollegen machen den Unterschied aus
Im Laufe der Jahre hat auch Linda allmählich begonnen, an sich zu glauben, und sie ist heute viel selbstbewusster als früher – wenngleich es noch immer Tage gibt, an denen sie etwas stiller ist als sonst.
„Als Gruppenleiterin muss ich den Kollegen sagen, was sie tun sollen, und das kann mir an manchen Tagen schwerfallen. Zum Glück kann ich aber immer auf die Unterstützung der anderen Gruppenleiter zählen. Es ist schön zu wissen, dass sie hinter mir stehen. Und die Kollegen um mich herum sind einfach großartig: Sie sind nett, sie verstehen mich und sind sehr hilfsbereit. Dadurch fühle ich mich sicher. Hier kann ich so sein, wie ich bin. Das finde ich toll“, erklärt sie.
Rückblickend ist Linda dankbar für die Unterstützung, die sie erhalten hat – und auch sehr stolz auf die Entwicklung, die sie hinter sich hat.
„Ich kann nach wie vor manchmal schüchtern sein, aber ich habe keine Angst mehr wie früher. Ich kann wieder mit dem Bus fahren, im Supermarkt einkaufen und selbständig alle möglichen Dinge erledigen. Und ich weiß, dass ich ohne die Unterstützung meiner Kollegen und Vorgesetzten nicht dorthin gelangt wäre, wo ich heute bin. Sie haben an mich geglaubt, und dadurch habe ich angefangen, auch selbst an mich zu glauben“, erzählt sie.
